Aktuelles

 

Personelle Informationen

Jeanette Franceux ist seit Beginn des Sommersemesters 2024 als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der AG Allgemeine Erziehungswissenschaft tätig. Zu ihren Schwerpunkten gehören unter anderem Qualitative Methoden der Sozialforschung, Kindheits- und Jugendforschung sowie Diversität und soziale Ungleichheit.

Maximilian Weber
ist seit April 2024 als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der AG Allgemeine Erziehungswissenschaft tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der sozialen Ungleichheit und der Methoden im Bereich der Computational Social Science.

Wir heißen unsere neuen Mitglieder herzlich willkommen.

Prof.‘in Dr. Tanja Betz ist seit 07/2023 Geschäftsführende Herausgeberin der peer review Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation, das sozialwissenschaftlich ausgerichtete interdisziplinäre Periodikum für die Sozialisations-, Entwicklungs- und Erziehungsforschung. Nicoletta Eunicke übernimmt das Management in der Redaktion der Zeitschrift am IfE.

Dr'in Lilli Riettiens hat zum 01.04.2023 die W1-Professur (mit Tenure Track nach W2) für Erziehungs­wissenschaft mit dem Schwerpunkt Theorien der Bildung und Erziehung angetreten.
Aus geschlechtertheoretischer und postkolonialer Perspektive forscht und lehrt sie zu (Subjekt-)­Bildungs­prozessen unter Bedingungen von Digitalität insbesondere im Bereich Kindheit und Jugend. Dabei fragt sie nach Othering- und Normalisierungsprozessen und deren historischen Gewordenheiten.

Prof. Dr. Stefan Weyers ist am 06. März 2023 von der Ministerin für Familie, Frauen, Kultur und Integration, Katharina Binz, als Mitglied in die Fachkommission des „Paktes gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen“ in Rheinland-Pfalz berufen worden. Die Kommission hat u.a. den Auftrag, Empfehlungen für die Landesregierung zur Umsetzung des Paktes zu erarbeiten, vor allem im Hinblick auf Verbesserungs­möglichkeiten bei der Prävention sexualisierter Gewalt.

Veranstaltungen und Projekte

Einladung zur Ringvorlesung ›Erziehungswissenschaft und Postkolonialismus‹

Als nach wie vor ›aktuelle Debatte‹ - nicht nur in der Erziehungswissenschaft - erweisen sich Kritiken und Fragen, die insbesondere durch postkoloniale Theorie/n angestoßen wurden und werden. Entsprechend widmet sich die Ringvorlesung im Sommer 2024 dem übergeordneten Semesterthema ›Erziehungswissenschaft und Postkolonialismus‹.
Dabei geht es einerseits um Debatten, die außerhalb der Erziehungswissenschaft geführt werden, die in der Öffentlichkeit und in den Medien sowie in pädagogischen Handlungsfeldern zentral sind. Andererseits geht es um die damit verbundenen Diskurse innerhalb des Faches.

Zum Format
Neben regulären Vorlesungssitzungen zur inhaltlich-theoretischen Grundlegung setzt sich die Ringvorlesung aus Gastvorträgen durch Mitglieder des Institutes für Erziehungswissenschaft sowie durch externe Wissenschaftler_innen zusammen. Diese gehören teils anderen wissenschaftlichen Disziplinen wie beispielsweise der Geschichtswissenschaft an, um das Semesterthema auch interdisziplinär zu beleuchten und zur kritischen Reflexion anzuregen.

Die Vorträge sind öffentlich. Gäste sind herzlich willkommen. Zum Flyer und zu den Vorträgen

Neuerscheinung: ZSE 02/2024 „Ringen um Anerkennung. Ambivalenzen im Sprechen über Diskriminierung in pädagogischen Kontexten“
Die neue Ausgabe der Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation (ZSE) mit dem Schwerpunktthema „Ringen um Anerkennung. Ambivalenzen im Sprechen über Diskriminierung in pädagogischen Kontexten“ ist da. Die Artikel in dieser Ausgabe behandeln Rassismuskritik im Zusammenhang mit Colorblindness an US-amerikanischen Highschools, die Verletzbarkeit und (pädagogische) Verantwortung im Umgang mit diskriminierenden Schimpfworten sowie das Anerkennungsgeschehen in Antidiskriminierungsworkshops und Zugehörigkeiten mit Blick auf diskriminierende und diskriminierungskritische Sprechweisen. Hinzu kommen zwei freie Beiträge, in denen es um den Einfluss schulbegleitender Maßnahmen aus einer multiperspektiven und machttheoretischen Sicht und um studentische Digitalisierungskonzepte geht. Auch einschlägige Buchbesprechungen, Tagungsberichte und Veranstaltungsankündigungen sind wieder in der Zeitschrift zu finden.

Die aktuelle Ausgabe können Sie HIER bestellen.

Es grüßt die Redaktion der ZSE
Tanja Betz (geschäftsführende Herausgeberin), Chiara Bax, Nicoletta Eunicke und Tania Poppe

Politische Bildung nachhaltig gestalten. Aufbau einer Bibliothek zur inklusiven Politischen Bildung
Laufzeit: 01.04.2024 – 31.03.2025
Team: Anna Kirchner (Leitung), Anna Konrad
Förderung: Mainzer Wissenschaftsstiftung

Vor dem Hintergrund der massiven Einsparungspläne der Bundesregierung im Zusammenhang mit Förderprogrammen für Politische Bildung sind viele Projekte existenziell bedroht. Nachhaltige und weitgehend kostenneutrale Anlaufstellen für Politische Bildung mit inklusiven Materialien und pädagogisch-didaktischen Anleitungen zur niedrigschwelligen Umsetzung von Politischer Bildung finden sich kaum. Dem soll mit dem Projekt durch den Aufbau einer Bibliothek mit inklusiven Materialien zur Politischen Bildung für unterschiedliche (informelle und non formale) Lernsettings begegnet werden, wobei jedem Material eine niedrigschwellige, pädagogisch-didaktische Anleitungen zum Einsatz der Materialien beigefügt wird.Mit der Bibliothek sollen Fachkräfte, die Politische Bildung durchführen, Studierende, Eltern und Heranwachsende adressiert werden. Dies gelingt durch eine Zusammenstellung unterschiedlicher inklusiver Materialien: Fachliteratur, Methodensammlungen, Elternratgeber, Kinder- und Jugendliteratur, Literatur für Erwachsene, sowie Filme und Hörspiele – in unterschiedlichen Sprachen, in einfacher Sprache und mit Blindenschrift. Außerdem sollen mehrere Methodenkoffer zur politischen Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen zusammengestellt werden. Alle Materialien werden von einem pädagogisch-didaktischen Leitfaden zum wirkungsvollen Einsatz begleitet. Da der kompetente Umgang mit wissenschaftlichen Studien ebenfalls zur Politischen Bildung gehört bzw. gehören sollte, wird es auch eine Lernplattform geben, auf der Kompetenzen im Umgang mit Studien erworben werden können. Diese wird sowohl für Studierende als auch für alle anderen Interessierten zugänglich und über einen QR-Code flexibel bearbeitbar sein.

Exkursionen Masterschwerpunkt "Pädagogik des Kindes- und Jugendalters" Wintersemester 23/24
Im Zuge der Seminare "Arbeitsfelder und Organisationen der Kinder- und Jugendbildung/Kinder- und Jugendarbeit: "Theoretische und praktische Erkundungen" (Leitung: Anna Kirchner) wurden im vergangenen Wintersemester Exkursionen zum Schloss Freudenberg (Wiesbaden), der Kinder- und Jugendfarm (Ingelheim) und dem Haus der Erinnerns (Mainz) gemacht. Auf diesem Wege wollen wir uns bei den kooperierenden Einrichtungen bedanken und einige Impressionen von den Exkursionen teilen.
Schloss Freudenberg:
Schloss FreudenbergSchloss Freudenberg








Haus des Erinnerns:

Gastvortrag am Donnerstag, 14.12.2023, 16:15-17:45 Uhr, hybrid (K4, Kisselberg)
Biographisch-narrative Interviews mit Kindern: Erfahrungen und Herausforderungen
Dr. Susanne Siebholz, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Pädagogik, TU Chemnitz

Auch wenn es im deutschsprachigen Raum eine Fülle an Literatur zur Biographieforschung und auch einige Publikationen zu narrativen Interviews mit Kindern gibt, so fehlt eine methodologische und methodische Auseinandersetzung mit biographisch-narrativen Erzählungen von Kindern und den Wegen, wie solche Biographien erhoben werden können, noch immer weitestgehend. Dr. Susanne Siebholz wird in dem Vortrag aus ihrer Erfahrung mit biographischen-narrativen Interviews mit 9 bis 12-jährigen Kindern im Kontext ihrer Studie „Kinder in Heimen am Übergang von der Grund- in die Sekundarschule“ (2023) berichten. Für diese hat sie biographisch-narrative Interviews mit 14 Kindern durchgeführt, die in Heimen leben. Darüber hinaus gibt sie einen forschungsnahen Einblick in ‚typische‘ Fallstricke, die uns in der Biographieforschung mit (nicht nur) Kindern begegnen können.
Der öffentliche Gastvortrag findet im Rahmen des Seminars „Biographisch-narrative Interviews mit Kindern: Forschungsprozess, Erhebung und Auswertung“ (Leitung: Nicoletta Eunicke) statt.
Um eine Anmeldung per Mail wird gebeten: Eunicke.Lehre@uni-mainz.de

Gastvorträge am 27.11.2023 zum Thema „Kinderschutz und Kindeswohlgefährdung“
Referentin: Dr. Rosemarie Horcher-Metzger (Leiterin eines pädagogischen Zentrums und Fachkraft für Kindeswohlgefährdung)
Die Vorträge finden im Rahmen der Masterseminare „Theoretische Grundlagen der Pädagogik des Kindes- und Jugendalters“ von Prof. Stefan Weyers statt.
(Seminarzeiten jeweils montags 12:15 Uhr (GFG, Raum 02.761) und 14:15 Uhr (GFG, 01.731))

Digitale Vortragsreihe „Bildung – Macht – Gesellschaft. Theoretische und empirische Perspektiven der sozialwissenschaftlichen Kindheitsforschung“
des Arbeitsbereichs Allgemeine Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Kindheitsforschung
(Prof.in Dr. Tanja Betz, Nicoletta Eunicke M.A., Eva Reitz M.A. & Corinna Neuhoff M.A.)

Mittwoch, 17. Mai 2023, 12:15-13:45 Uhr
Bildung – Zeit – Macht. Bildungsteilhabe aus Perspektive von Kindern in sozioökonomisch deprivierten Lebenslagen
Dr. Karin Kämpfe (PH Schwäbisch Gmünd), Juniorprofessorin für Empirische Kindheits- und Jugendforschung mit den Schwerpunkten Globalisierung und Intersektionalität
Bildungsteilhabe ist von einem Aufwachsen in Armutslagen bestimmt. Im Vortrag werden Ergebnisse aus Gruppendiskussionen (n=13) und Interviews (n=2) mit Kindern in sozioökonomisch deprivierten Lebenslagen mit Fokus auf Bildungsteilhabe präsentiert. Aufgezeigt und diskutiert wird, mit welchen Herausforderungen sich Kinder im Kontext von institutionalisierter Bildungsteilhabe konfrontiert sehen, wie sie ihre eigene Handlungsmacht in der Gestaltbarkeit von ‚Bildungszeiten‘ erleben und inwiefern in den Perspektiven der Kinder ungleichheitsbezogene Merkmale abbildbar sind.

Donnerstag, 1. Juni 2023, 12:15-13:45 Uhr
Wie elterliche Einstellungen zu Chancen und Ungleichheiten im Bildungssystem mit den Bildungsaspirationen von Kindern zusammenhängen
Dr. Frederick de Moll (Universität Bielefeld), Professor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Kindheits- und Jugendforschung
Kinder aus sozial benachteiligten Familien haben im deutschen Bildungssystem geringere Erfolgschancen. Trotzdem haben sie oft hohe Bildungsaspirationen. Hierbei dürften auch die Überzeugungen der Eltern eine zentrale Rolle spielen. In der vorgestellten Studie mit 1066 Eltern-Kind-Paaren wird der Zusammenhang zwischen sozialer Position, Meritokratieglaube und Bildungsaspirationen untersucht. Die Ergebnisse zeigen eine erhöhte kritische Reflexion bei privilegierten Eltern, während benachteiligte Gruppen eher an gerechten Wettbewerb glauben. Der Glaube an die Meritokratie geht dabei mit höheren Ambitionen einher. Die Befunde werden im Kontext der Debatten um Empowerment diskutiert.

Freitag, 23. Juni 2023, 10:15-11:45 Uhr
Elternengagement an einer Berlin-Neuköllner Grundschule im Spannungsfeld rassistischer und klassistischer Machtverhältnisse
Dr. Isabel Dean (PH Freiburg), Vertretungsprofessorin für Sozialpädagogik
Im Schulkontext werden häufig rassistisch und klassistisch deprivilegierte Familien als abweichend von der vorausgesetzten Normalität positioniert. Auch die Forderung nach partnerschaftlicher Zusammenarbeit zwischen beiden ist von vielfältigen Machtbeziehungen durchdrungen. Am Beispiel einer Berlin-Neuköllner Grundschule wird ein Konflikt zwischen einem Elterncafé und einer neu gegründeten Elterninitiative dargestellt. Basierend auf ethnografischen Daten (Dean 2020; 2021) wird aufgezeigt, wie die unterschiedlich positionierten Mitglieder der Elterngruppen darum konkurrierten, wessen Engagement für die Schule von größerem Belang sei. Abschließend wird diskutiert, wie pädagogische Institutionen implizite Wertungen von Elternengagement erkennen und abbauen könnten.

Forschungsprojekt „Bedingungen demokratischer Schulentwicklung“
Zusammen mit Prof. Dr. Matthias Bahr (Landau), Prof. Dr. Matthias Busch (Trier) und Jun.-Prof. Dr. Inken Heldt (Kaiserslautern) führt Prof. Dr. Stefan Weyers seit Anfang 2023 ein Projekt zu Bedingungen demokratischer Schulentwicklung durch. An der Pilotstudie nehmen acht Schulen teil, die vor kurzem Mitglied im Netzwerk „Modellschulen für Partizipation und Demokratie“ in Rheinland-Pfalz geworden sind. Befragt werden alle Lehrkräfte der Schule und alle Schüler*innen der 9. Klasse. Die Pilotstudie bildet die Grundlage für den Antrag auf eine Forschungsförderung, mit der Schulen vertieft untersucht und Gelingensbedingungen sowie Hemmnisse demokratischer Schulentwicklung analysiert werden sollen.

Expert:innenanhörung zur Kinder- und Jugendbeteiligung
Am 28. Februar 2023 veranstaltete die Berichtskommission des Vierten Kinder- und Jugendberichts Rheinland-Pfalz eine Expert:innenanhörung mit dem Titel (Re-) Konzeptualisierung von Kinder- und Jugendbeteiligung im Rahmen der Kinder- und Jugendberichterstattung. Die Referierenden Prof. Dr. Chantal Munsch, Prof. Dr. Christian Reutlinger, Prof. Dr. Wolfgang Schröer und Prof. Dr. Waldemar Stange gaben Einblicke in ihr konzeptionelles Verständnis von Kinder- und Jugendbeteiligung und in aktuelle Forschung zur Partizipation. Sie diskutierten mit der Kommission und den Gästen aus Politik, Behörden, Kinder- und Jugendhilfe, Fachverbänden, Schüler:innen- und Elternvertretungen sowie der Wissenschaft die Chancen und Herausforderungen einer beteiligungsorientierten Berichterstattung und der Beteiligung von jungen Menschen in ihren Lebenswelten.

4. Kinder- und Jugendbericht Rheinland-Pfalz – Beteiligung aller jungen Menschen in Rheinland-Pfalz zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Unter Federführung von Prof. Dr. Tanja Betz haben die Arbeiten für den 4. Kinder- und Jugendbericht Rheinland-Pfalz begonnen. Der Bericht wird Einblicke in die Lebensbedingungen von jungen Menschen in Rheinland-Pfalz geben, sowohl auf Landesebene als auch regional differenziert. Das Schwerpunktthema des 4. Kinder -und Jugendberichts wird auf der Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen liegen. Dies betrifft zum einen ihre konkreten Einflussmöglichkeiten zum Beispiel in Schulen, am Wohnort oder in der Kinder- und Jugendarbeit. Zum anderen geht es darum, welche Perspektiven Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene selbst auf ihre Mitbestimmungsmöglichkeiten haben, und um ihre Positionen in Beteiligungsvorhaben. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Unterschieden: Wer kann sich unter welchen Voraussetzungen sehr leicht beteiligen, für wen gibt es Barrieren und Hemmnisse? Wer wird in unserer Gesellschaft mit bedacht, wer bleibt stumm? Was sind die Gründe hierfür und wie kann man dagegen vorgehen?

Der Bericht wurde von der Landesregierung, vertreten durch das Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz, in Auftrag gegeben. Den Vorsitz der unabhängigen wissenschaftlichen Berichtskommission hat Prof. Dr. Tanja Betz vom Institut für Erziehungswissenschaft der JGU. Außerdem gehören der Kommission Corinna Neuhoff von der JGU, Dr. Magdalena Joos von der Universität Trier sowie Heinz Müller, Sybille Kühnel und Eva Dittmann vom Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz gGmbH an.
Zur Website des Projekts: https://www.allgemeine-erziehungswissenschaft.uni-mainz.de/4-kijub/